Musik unter einem guten Stern


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Biographie 2012

Echo 2007 - Für das Lebenswerk
Echo 2007 - Achieve for lifetime



Ralph Siegel / Daten & Biographie

Von Thomas Veszelits / pressebüro- München


Mit Hit und Siegel


80 Prozent der Deutschen kennen Ralph Siegel. Seit weit über 30 Jahren prägt er die nationale und europäische Unterhaltungsszene und gilt als Synonym für den musikalischen Dauererfolg. „Das Genie“ (Zitat: Jörg Kachelmann in der Sendung „Langer Samstag“, MDR) zeigt sich von einer beispiellosen Vielseitigkeit, setzte als Komponist, Texter, Produzent, Verleger, Chef einer Plattenfirma und deren Künstlerpromoter viele Meilensteine in der Geschichte der Schlager- und Pop-Musik. Ob neue Trends oder Visionen, Siegel sorgt nach wie vor für Überraschungen.

Sein Schaffen umfasst über 2 000 veröffentlichte Lieder (Quelle: GEMA). Die Folge: Sagt man Siegel, denkt man automatisch an Peter Alexander, Udo Jürgens, Rex Gildo, Roberto Blanco, Katja Ebstein ,Dschinghis Khan, Nicole und weitere mehr als 40 Künstler, denen er zur Karriere, dem Durchbruch oder einem Comeback verhalf. Mit der Disco-Welle in den 70er Jahren gelang ihm „den Amerikanern Coca Cola zu verkaufen“ (Hans R. Beierlein). „Silver Convention“,Penny Mc Lean und Dee D. Jackson wurden weltweit erfolgreich. Als er Gerhard Polt und Willy Astor unter Vertrag nahm, läutete er damit die Comedy-Ära in Deutschland ein. Konkurrenzlos ist auch Siegels Beteiligung an bisher 68 Songfestivals.

Dass er „Mr. Grand Prix“ genannt wird, geht auf einen anderen stolzen Rekord zurück: 17 mal hat er beim internationalen Finale des Grand Prix Eurovision teilgenommen. Neben dem Sieg mit Nicole 1982 belegte er dreimal (!) als Komponist den zweiten Platz (Katja Ebstein, Lena Valaitis, Wind). Zweimal wurde er dritter und zweimal landete er auf dem Rang vier. Mit diesem Punktergebnis zählt Ralph Siegel zu den erfolgreichsten Grand-Prix-Champs aller Zeiten.


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Ralph Siegel Chronologie

30. September, 1945.....Fast wie im Märchen
Geboren als einziger Sohn des Schlagerkönigs, Ralph Maria Siegel und der Leipziger Operetten-Fürstin, Ingeborg „Sternchen“ Döderlein, in München. Die Musiktradition der Familie beginnt bei dem Großvater. Rudolf Siegel war Opernkomponist, Dirigent und Generalmusikdirektor in Krefeld. Der Bub Ralph wächst in Rimsting auf. Blick auf ein prachtvolles Ludwig-Schloss auf der Herreninsel im Chiemsee. Heile Welt als Wiege. Der Erfolg des Vaters (Bi-Talent für Ton und Text) verpflichtet. „Capri-Fischer“, „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“, „Unter der roten Laterne von St. Pauli“, „Moulin Rouge“, „C’est si bon “. Charley’s Tante „ „Das Chianti-Lied“ oder “O mia bella Napoli“
kennt jeder.

1950 …. Hau drauf
Mit fünf bekommt Ralph ein Schlagzeug geschenkt, lernt Akkordeon, Gitarre und Klavier spielen, erhält Unterricht in Harmonie- und Kompositionslehre. Mit zwölf
Erscheint bereits sein erstes im Verlag ausgedrucktes Werk „In der Heimat blühen
die letzten Rosen“.

1957… Es werde Grand Prix
Siegel jun. besucht die Volks- und Oberrealschule. Papa Siegel verfasst Deutschlands erstes Medienlied „Telefon, Telefon“ für Margot Hielscher – Platz vier bei dem Grand Prix in Frankfurt. Schicksalsträchtig: Erst nach 25 Jahren wird dieser Wettbewerb wieder in Deutschland ausgetragen: Dank Ralph Siegels legendären Nicole-Sieg.

1958.....“Blue Blues“
Mit dreizehn schreibt Ralph jun. schon ein Lied nach dem anderen unter dem Pseudonym Peter Elversen. „Sonst hätte jeder geglaubt, sie stammen von meinem Vater.“ Für die Live-Auftritte gründet er als Bandleader am Klavier das „Peter Elversen Septett“ unter anderem entstehen die ersten Wiener Lieder „ Der alte Stammgast“, “An der Donau hängt der Himmel voller Geigen „“ Herr Ober zwoa Glaserl “und Jazzkompositionen wie „Blue Blues“

1960…..”Du bist kein Fall von Traurigkeit”
- heißt das erste Lied, das auf Schallplatte vom dem damaligen Akkordeon-Weltmeister Will Glahe aufgenommen und veröffentlicht wurde. Die humane Ausbildung setzt sich in Schweizer Internaten auf Schloss Kefikon und der Ecole d´Humanité und weiter an der Passold-Weisshauer-Handelsschule in München fort.

1963.....England here I come -Paris mon amour
Besuch des renommierten European Education Center in Bournemouth (England). Es folgt ein einjähriges Volontariat in Paris bei dem größten französischen Musikverlag Édition S.E.M.I. Hier lernt Ralph Siegel seinen künftig angestrebten Hauptberuf als Musikverleger von der Pieke auf: Notenstechen, Künstlerbetreuung, Tantiemenabrechnung, Urheberrecht. Vormittags büffelt er in der Alliance Francaise französisch. Italienisch fliegt ihm nebst Privatunterricht beim Familienurlaub an der Riviera zu. Bravissimo!

1964…..Nashville ruft!
Verlagsvolontariat bei Acuff Rose in Nashville, Tennessee. In dem Country-Mekka landet Ralph Siegel als Songwriter im Alter von 19 Jahren überraschend seinen ersten Hit in Amerika: „It’s A Long Long Way To Georgia“. Gesungen von Don Gibson katapultiert sich die Nummer auf Platz acht der amerikanischen Country-Charts. Arbeitet mit den Everly Brothers, Roy Orbison, Chet Atkins und John D. Loudermilk und erzielt weitere Aufnahmen mit diversen Country und Pop-stars.(„top secret“ mit den Newbeats landet in den Top 100 der US- Pop-charts)

1965…..Back in Germany
Kurswechsel. Ralph Siegel steigt in den Musikverlag seines Vaters ein. Komponiert weiterhin Song um Song, produziert die ersten eigenen Nachwuchstalente wie Buddy Caine, Ben Thomas und die die Blackberries und versucht sich in deutschen Soul -adaptationen mit (It´s the same old song“ und „ Whiter shade of pale“ bis hin zu „ Black is black“ Gunter Gabriel hat seinen ersten Hit „ Wenn die Rosen blühn in Giorgia“ Ralphs inzwischen von anderen Weltstars, z.B. Vince Hill, aufgenommener
Erster Country-Hit.

1966.....“Die Welt von morgen“
Mit diesem Song schafft Ralph Siegel den Sprung ins erste deutsche Schlager-Festival als Komponist und startet die Karriere für eine Berliner Hoteliertochter namens -Marianne Rosemarie Schwab – alias Mary Roos. Der Weg in Richtung Schlagerwelt zeigte erste Spuren. Gleichzeitig fährt Siegel ab diesem Jahr regelmäßig nach Cannes zur MIDEM, der größten Musikmesse der Welt um Lieder zu kaufen und zu verkaufen. Die internationalen Kontakte werden weiter ausgebaut.

1967.....“Sein wahres Gesicht“
Ein Hit für die bereits arrivierte, dänische Schlagersängerin Dorthe Kollo.

1966-68.....APO-Jahr mit Protest
Der Jurastudent Michael Kunze stößt zu Ralph Siegel. Das Team steht. Die Liebe zu BOB DYLAN und DONAVAN lässt sie das Album „ WARUM“ schreiben –Lieder gegen den Krieg „Die City Preachers“ mit Inga Rumpf („Deutschlands einzig wahre Rock-Röhre“) als Frontfrau gehämmert. Der Plattenverkauf bringt einen Achtungserfolg. Sechs- bis achttausend LP’s. Die anspruchsvollen Texte lassen die Schweden aufhorchen. Einige Songs kommen als Beispiele für rebellische Pop-Lyrik in die Schulbücher: „Felder von Verdun“, „Was hab’ ich in der Schule gelernt“.

1970.....“Einmal verliebt, immer verliebt“
In einer Villa mit acht Zimmern in der Münchner Menzinger Straße entsteht die Olympia Musikproduktion mit Büro, Studio, Wohnung, alles unter einem Dach. Inzwischen entstanden der erste Hit „Einmal verliebt, immer verliebt“ für Peggy March – die Sängerin damals mit dem kürzesten Mini und den längsten Beinen. Die Mannschaft der Stunde Null sind die Texter Michael Holm, Günther Behrle, Günther Loose, Kurt Hertha, Joachim Relin, Fred Jay, Fini Busch und sein langjähriger Freund aus Kindertagen- Robert Jung. Er entdeckt eines Tages das Goldkehlchen Nicole.

1971.....“Meilenweit muss ich gehn“
Nach diesem Song gibt es Champagner bei Siegel. Nummer Eins in der Branche und ein Volltreffer für Martin Mann. Ganz Deutschland singt mit. Sogar in der Werbung. Gemeinsam mit Fred Weyrich gewinnt er mit Miguel Rios und seinem Song „ Sonnenschein und Regenbogen“ den „Grand Prix des Producteur“ in Luxemburg

1972.....“Ich träume mit offenen Augen“
Der Top-Hit für Uli Martin vom letzten Jahr hält sich immer noch in den Hitparaden. Doch im Hause Siegel herrscht Trauer wegen dem plötzlichen Tod des Vaters. Dessen „Siegel Musikverlage“ bringen als Erbe fast 3 000 Lieder im Katalog. Der damit verbundene Arbeitsaufwand wächst. Siegel fusioniert die alte Firma mit der neuen OLYMPIA-MUSIKPRODUKTION – SIEGEL-MUSIKVERLAGE. Das goldene Zeitalter beginnt. Beinahe alles, was aus dem Hause Siegel kommt, wird zum Erfolg. Etta Cameron, Heidi Brühl, Frank Farian, Camillo Felgen, France Gall, Dieter Thomas Heck, Heino, Wanda Jackson, Bata Illic, Michael Holm, Peter Kraus, Marie Laforet, Gus Backus, Teddy Parker, Tina Rainford, Demis Roussos, Michael Schanze, Waterloo und Robinson, Tina York, Rika Zarai, Conny Francis und The Sweet singen in diesen Jahren Ralph Siegel Songs.

Die Siegel-Musikverlage expandieren zu internationaler Größe und weltweiter Anerkennung. Verleger und Autoren aus aller Herren Länder gehen vertrauensvolle weltweite Partnerschaften ein. Ralph Siegel sitzt in Verbänden der Komponisten und Musikverleger und macht sich lange Jahre verdient als Aufsichtsrats-Mitglied der GEMA.

1973.....“Fiesta Mexicana“
Der ehemalige Regensburger Domspatz, Ludwig Hirtreiter, wird von Ralph Siegel erneut zum Super-Star aufgebaut – Rex Gildo. „Hossa!“ Der Song mit diesem Lustruf verkauft auf Anhieb eine halbe Million und entwickelt sich vom Dauerbrenner bis bekanntlich zum persönlichen Fluch für den schönen “Sexi-Rexi”- Es folgen „ „Marie, der letzte Tanz ist nur für Dich“, “Der letzte Sirtaki“ u.v.a. Ireen Sheer, verzeichnet mit „Goodbye Mama“ ihren ersten Riesenhit. Daniela mit „Im Jahre 2002“ und viele follow-up-hits mit diversen Artists wie mit den Windows und der Gruppe The Gloomys „Winds of Change“

1974.....Jupiter Records
Um absolut unabhängig zu sein, macht Ralph Siegel, was auch die Beatles für richtig hielten: eine eigene Plattenfirma gründen. Chris Roberts landete mit „ Du kannst nicht immer siebzehn sein“ einen Superhit und die folgenden Titel etablierten das neu gegründete Label im Nu. United Balls und die Gruppe Zoff sind mit von der Partie. Andere Schallplattenbosse und Künstler stehen Schlange: Peter Alexander(„Der Papa wird´s schon richten“ und weitere 10 Langspielplatten), Rex Gildo, Costa Cordalis( „Carolina komm“,“Pan“), Roy Black(„ Sand in deinen Augen“) machen Siegel im Laufe der nächsten Jahre zum erfolgreichsten Musikproduzenten seiner Zeit, der in diesem ABBA-Jahr auch sein Grand-Prix-Debüt feiert. Mit Ireen Sheer für Luxemburg gestartet. „Bye Bye I Love You“, vierter Platz. Zu dem Jubel und Trubel kommt noch eine Hochzeit: Dunja, eine Slowakin, wird Siegels erste Frau - von Gott geschickt. Karel Gott, die „Goldene Stimme“ aus Prag, stellte sie Ralph vor, während er im hauseigenen Studio den Evergreen „Babicka“ (Großmutter) aufnahm. Aus dieser Ehe stammen die beiden von ihm heißgeliebten Vorzeigetöchter Giulia und Marcella Siegel
Roberto Blanco singt („ Der Puppenspieler von Mexiko“ Text und Produktion: Ralph Siegel. “Ein bisschen Spaß muss sein“: Produktion: Ralph Siegel, Musik: Christian Bruhn, Text: Guenter Loose) Nana Mouskouri(La Provence).

1975.....“Griechischer Wein“
- Udo Jürgens schreibt mit Michael Kunze das Lied “Griechischer Wein“, Ralph Siegel produziert, und erobert alle Hitparaden. Drei Jahre lang beweist Siegel sein goldenes Händchen für Udo: „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“, „Ein ehrenswertes Haus“,“Geschieden“ verkaufen sich gleich beim Start jeweils mit 200 000 Platten. Und Ralph Siegel erfüllt die Vorstellung, die man von einem Mega-Produzenten mit Hollywood-Format hat. Goldene Schallplatten hängen inzwischen an den Wänden. Er residiert in der Prachtvilla des Motorerfinders Rudolf Diesel in Münchens feinem Viertel Bogenhausen, bewohnt privat einen Bungalow in Grünwald, fährt einen Rolls Royce. Es gelingt ihm alles, sogar Amerika zu erobern: Das Disco-Trio Silver Convention (Produzent: Michael Kunze und Silvester Levay) auf Jupiter Records, wird mit „Fly Robin Fly“ und „Get up and Boogie“ No.1 in Amerika und vielen anderen Ländern. Die Alben ebenso – Der Grammy und weitere Gold und Platin-Verleihungen folgen. Eine der drei Silbervokale schafft es zudem Solo: Penny McLean mit „Lady Bump“ – Nummer eins in Deutschland und halb Europa. Das fabulöse Jupiter-Jahr 1975 krönt noch die Entdeckung schlechthin- Gerhard Polt – Das Verbalgenie auf Platte – bis heute ein erfolgreicher Umsatzträger für Siegels Plattenfirma.

1976.....“Die kleine Kneipe“
Mit diesem Titel aus der Siegel-Produktionsschmiede belegt Peter Alexander den Platz eins in sämtlichen Hit-Paraden Deutschlands, zugleich die meistgespielte Nummer des Jahres. Dem Entertainer der Nation, der alle Bambis und sonstige Publikumspreise einheimst, die Stange zu halten, ist jahrelang Siegels wichtigste Pflichtaufgabe. Sowie die Bestückung von Grand Prix’s auch. Zur Runde zwei tritt er mit „Sing, Sang, Song“ und den Les Humphries Singers an. Die Platte verkauft sich besser, als das GP-Ergebnis, Platz 15. Und einer von den bunten Vögeln dieser internationalen Spaßtruppe wird später ein Siegel-Sänger: Jürgen Drews.(„Ein Bett im Kornfeld“,“Barfuß durch den Sommer“u.v.a werden von der Olympia-musikproduktion in die MM-Charts geschickt)

1977.....“Fly Robin Fly“
Und nochmals „Silver Convention“. Diesmal beim Grand Prix in Wembley. Mit „Telegram“ werden Michael Kunze und Sylvester Levay Achter.. Das Team ist der Zeit voraus: Man lässt zum ersten Mal für Deutschland englisch singen, „damit es ganz Europa versteht“.

1978.....“Automatic Lover“
Der Superrenner weltweit wird Dee D. Jackson von Gary Unwin produziert und Ralph und Jupiter promotet. Die futuristische Disco-Queen versetzt Millionen in Italien, England und vielen anderen Ländern mit ihrem „Automatic Lover“ in Tanz-Extase.

1979.....“Dschinghis Khan“
Über die deutsche GP-Teilnahme entscheidet eine Jury. Ralph Siegel reicht ein selbstbesungenes Demo ein. Nach der Nominierung veranstaltet er ein Casting. So entsteht die erste Retorten-Gruppe Deutschlands: Dschinghis Khan. Beim Grand Prix in Israel auf Platz vier. Über Nacht sind 800 000 Singles verkauft. Bis 1983 gehören die sechs „Mongolen“ zu den mit Abstand erfolgreichsten deutschen Gruppen auch weltweit No.1 in Ländern wie Japan, Russland, Australien, Israel etc. In Brasilien treten sogar fünf verschiedene einheimische Kopien dieser Gruppe in Fussballstadien auf. Der Titel „Moskau“ gilt heute als weltweites Evergreen. Ralph Siegel gelingt damit ein Gesamtkunstwerk. Von Song über Kostüme bis Choreographie tüftelt er ein Corporate Design aus. Mit dem Texter, Dr. Bernd Meinunger, Doktor der Agrarwissenschaften, wächst nicht nur eine langjährige Erfolgs-Allianz zusammen, sondern auch die Freundschaft fürs Leben. Oft entstehen die Ideen für die neuen Songs (nahezu 600) an Ralphs Billardtisch, beim Schach, Skat oder Schafkopf. Später beim Golf.

1980.....“Theater“
Katja Ebstein fährt nach Den Haag mit einem perfekt inszenierten Siegel-Lied. Zylinder, Frack, Maske, Pantomime, Ralph sitzt mit Puppen bestückten weißen Handschuhen selbst am Klavier– kurz “Theater”. Der Sieg geht an dieser Mini-Operette in drei Minuten haarscharf vorbei. Der zweite Platz bedeutet trotzdem das erfolgreichste Jahr der Ebstein-Karriere und bringt den besten Umsatz. Siegel konkurriert sich derweil selbst und beliefert Luxemburg mit dem GP-Beitrag „La Papa Pingouin“. Das Duo Sophie et Magali belegt Platz neun – und verkauft eine Million Platten.
Die LP „ Glashaus“ wird ein Superrenner und Titel wie „ Dann heirate dein Büro“,“Was hat sie, das ich nicht habe“ und „ Abschied ist ein bisschen wie sterben“ stürmen die Hitparaden

1981.....“Johnny Blue“
Mit diesem Lied passt Lena Valaitis bestens zum „Jahr der Blinden“. Ralph Siegel beweist stets Gespür für Themen, die „in der Luft liegen“ und wird wiederum Zweiter in Dublin.(Nur vier Punkte fehlten zum Sieg - „no points from Switzerland“)
In diesem Jahr bringt er eine 16-jährige Schülerin -von seinem Freund Robert Jung ins Haus Jupiter gebracht- mit ihrer Erstlingsplatte heraus: „Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund“ – Nicole is born.

1982.....“Ein bisschen Frieden“
Mit dem Song gegen die Kanonen im Jahr des Falkland-Krieges siegt Nicole beim Grand Prix in England. Das Lied wird Nummer eins in ganz Europa – über 100 Gold und Platinschallplatten sind für allen Beteiligten die Folge. Diesen Triumph bezahlt Siegel mit einem Hörsturz. Zuviel Stress. Seitdem leidet er am chronischen Ohrensausen (Tinitus). Der Hausarzt rät dringend zum Schongang, „sonst erleben Sie ihren 40. Geburtstag nicht!“ Siegel wird Golfer und flugs Präsident des ersten Münchner Promiclubs in Beuerberg, der kurz darauf zum Nummer eins Golfclub von Deutschland gewählt wird. Ein gutes Omen!
Michael Schanze und die deutsche Fußball- Nationalmannschaft werden No.1 mit „Olé Espagna“
Das erste Musical „Winnetou“ in der Hauptrolle Pierre Brice wird in der Westfalenhalle in Dortmund aufgeführt..
In den USA erhält Siegel den „World Music Award of Excellence“ als Producer/Publisher und Songwriter sowie in Deutschland
das Bundesverdienstkreuz

1983.....“So viele Lieder sind in mir“
Mit diesem Titel wird Nicole zweite bei dem World Popular Song Festival in Tokyo. Nun will fast jeder Schlagersänger von Siegel produziert werden. Wer das Glück hat, trumpft meistens gleich mit einem neuen Hit auf: Weltstar Pattrik Duffy und Mireille Matthieu singen „Together we´re strong“ und verkaufen über eine Million Platten , Vicky Leandros („Verlorenes Paradies“) Die Gruppe TRIO singt mit Nicole den Superhit „ Ich hab dich doch lieb“ Peter Alexander und Mireille Matthieu singen „ Good-bye my love“
Das ZDF feiert mit „ Lieder sind die besten Freunde“ den Komponisten und die daraus folgende Doppel-LP erhält Doppel- Platin !
Für Dschinghis Khan entsteht mit Bernd Meinunger das Musical „ Corrida „

Ralph Siegel wird mit dem „Paul Linke Ring„ ausgezeichnet.

1984… Nicole über alles
Die Erfolgsstory geht weiter und scheint bis heute nicht zu enden. Hits auf Hits folgen und Dschinghis Khan ist dabei sich leider zu trennen !

1985.....„Children, Kinder, enfants“
Ralph Siegel verfehlt den deutschen GP-Vorentscheid, schreibt aber Luxemburgs Wettbewerbslied für Göteborg. Dabei erweist er sich als ein Vorreiter der Multi-Kulti-Welle: Sein Kinderlied wird dreisprachig von sechs verschiedenen Interpreten gesungen. Platz 13 für den ungewöhnlichen Beitrag. Und zwei aus diesem „Various Artists Project“ schaffen ihr Comeback: Chris Roberts und Ireen Sheer.
Die Jupiter-Gruppe Wind belegt aber mit dem Song „ Für alle“ den zweiten Platz und Siegel ist dennoch erfolgreich.

1987.....“Lass’ die Sonne in Dein Herz“
Die Gruppe Wind kann ihren beinahe Sieg vom 1985 in Göteborg wiederholen. Platz zwei mit der sonnigen Reggae-Nummer diesmal von Siegel & Meinunger. Das Winner-Team trifft wieder den richtigen Ton.

1988-89.....Chaplin und die Toten Hosen
Der deutsche Schlager liegt im Koma. Die strukturellen Veränderungen des Musikgeschäfts haben auch für Ralph Siegel Konsequenzen. Die Firma, bis dato auf 87 Angestellte angewachsen, muss abspecken. Es kommt zur Schließung der Siegel-Außenbüros in Köln, London und Nashville. Siegel entschließt sich Teile des gigantischen Verlagskataloges zu verkaufen. Was sich im Laufe der fast dreißig Jahre hier ansammelte (zwischen 30 und 40 Editionen), bildete einen wahren Millionenschatz. Rechte an Songs, Musicals und Filmmusiken von Anton Carlos Jobim, Irving Berlin, Charlie Chaplin, Bruce Springsteen, Johnny Cash bis zu den Toten Hosen .Die neuen Olympia-Studios in München-Pullach werden geplant und bald darauf erbaut.

1990.....“Heilige Berge“
Der neue Volksmusik-Boom winkt. Wer in den nächsten zehn Jahren Rang und Namen haben wird, fängt auch unter Siegels Fittichen an Karriere zu machen: Marianne und Michael(„ Unser Land“)Stefan Mross („Heilige Berge“2.Platz beim Volksmusik-Grand Prix Finale), Die Klostertaler ( „Mir gehen no lang net ins Bett“)und vor allem Angela Wiedl, die „beste Jodlerin der Welt“, Siegels neue Gipfelstürmerin wurde zum Volksmusik-Liebling Nummer eins!.

1992.....“Augenblicke“
Erneut Gold für Nicole zehn Jahre nach ihrem GP-Sieg. Für Jupiter belebt sich wieder das Geschäft. Auch privat gibt es Action: Ralph Siegel heiratet in zweiter Ehe Dagmar Weber. Das Ex-Model wird zum aufregenden Foto-Klickfang aller Society-Events. Umzug nach München-Solln in ein neues Privathaus.

1993…. Astorlavista
Der Kabarettist Willy Astor startet seine Karriere bei Jupiter-Records ! Später folgen Frank Markus Barwasser und Meilhammer und Schlenger- die Comedy-Szene wird bereichert von Siegels Schützlingen.

1994.....“Wir geben ’ne Party“
Platz drei beim Grand Prix in Dublin für Mekado. Drei Girlies von Ralph Siegel entdeckt und als Trio zusammengestellt. Melanie Bender, Kati Karney und Dorkas Kiefer sind übrigens die einzigen, die aus der diesjährigen internationalen GP-Ernte mit ihrem Song in den TOP 100 landen. Nicki und Roland Kaiser(„und wer küsst mich“) bekommen auch noch einen Hit von Ralph und Weltstars wie The Village People, Petula Clark und Engelbert lassen sich von ihm produzieren!

1995.....“Moskau“
Was einmal ein Erfolg war, kommt immer wieder. Blick zurück beim 50. Geburtstag. . Siegels Evergreens sind wertbeständig. Nicoles Fan-Gemeinde rührend treu. Ihr neuer Jahreshit „Mehr als ein bisschen Frieden“ gewinnt schon obligatorisch die ZDF-Jahres-Hitparade. Auch die Songs von Dschinghis Khan bleiben unvergesslich. Bei den Umfragen gibt die neue Generation „Moskau“ häufig als den „beliebtesten deutschen Schlager“ an.

1996.....“Manchmal hilft nur noch beten“
Ein Plattentitel für Angela Wiedl, die sich als eine beliebte Standardgröße der Volksmusik in allen Stadl-Veranstaltungen Deutschlands etabliert. Der Bürgermeister von Cannes ehrt Ralph Siegel mit einer Medaille für seine dreißigjährige MIDEM-Treue. Und alte Liebe rostet nicht: Country. Seit 1976 mit den Bellamy Brothers in Kontakt. Die zwei großen Hit-Erfolge „Let Your Love Flow“ und „Crossfire“ wurden von Siegel neu produziert und er schreibt für sie den Chart-Erfolg „ Neon Cowboy“ Die“The Very best of the Bellamy Brothers“ wird ein Renner. Die Freude des Jahres: Siegel wird zum dritten Mal Vater, wieder eine Tochter, Alana.
Die neuen Studios in München-Pullach mit einem Playground für Künstler im Keller sind fertiggestellt!

1998.....“Concerto Classico“
Guildo Horn für Deutschland. Der Zottelbarde bringt Siegels traditionelle GP-Welt völlig durcheinander. Wegen seiner Horn-Attacke fühlt sich Siegel allerdings in diesem Medienkrieg von der Presse (BILD) „regelrecht verprügelt“.

Trostpflaster: Diesmal das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für sein Lebenswerk.
Doppelplatin für die Produktion mit Al Bano „Concerto Classico“ wird für Siegel ein Signal: Gib’ niemals auf!

1999.....Ein Lied für Europa
Bol sanslar. Viel Glück auf türkisch. Zeitgerecht zum Thema Ausländer und Doppelpass betritt die deutsch-türkische Ethnogruppe Sürpriz (Überraschung) die Bühne. „Eine Reise nach Jerusalem“ lautet der Titel passend zum GP-Zielort. Dritter Platz und zum zweiten Mal zwölf Punkte von Israel (zum ersten Mal 1982 für Nicole). Von Siegel als ein Politikum und „eine Geste der Versöhnung“ bewertet. Zurück in München steht ihm ein Trauerfall bevor: Die geliebte Mutter stirbt.
Für den Musical-Star Angelika Milster („Cats“) entstehen die neuen Siegel-Produktionen „Umarmungen“ und „Die Größten Hits der Filmgeschichte“ .

2000.....„I Believe In God“
Siegels Wiedergutmachung geht schief. Die im Vorjahr disqualifizierte Corinna May, für die anschließend Sürpriz als GP-Kandidat nach Jerusalem fuhr, bekam von Siegel eine innige Ballade auf den Leib komponiert. Doch die blinde Gospel-Sängerin verliert haushoch gegen den Spaßmacher der Nation Stefan Raab. Siegel gibt nicht auf – der nächste Song soll vor guter Laune förmlich explodieren. Doch vorerst bläst er noch Trübsal: Die zweite Ehe mit Dagmar geht in die Brüche und gehört der Vergangenheit an.

2001.....“Happy Birthday Party“
Ein Tipp von Roberto Blanco: Die rothaarige Lou Hoffner aus dem schwäbischen Nest Kirrlach zu produzieren, eine tausendmal erprobte Party-Kanone. Dennoch hat die umwerfende Blues-Sängerin bei dem nationale Vorentscheid kein Glück.( 3. Platz) Trost: Nicole im Duett mit Johnny Logan, dem einzigen zweifachen GP-Sieger. Der gemeinsame Titel lautet: „Niemand liebt so wie Du“. Und Siegel reist nach New York. Im Gepäck: sein Musical Nummer 3 „Clowntown“, an dem er mit Bernd Meinunger und David Saperstein(Cocoon)seit über zehn Jahren arbeitet. Workshop mit 20 Broadway-Sängern und Schauspielern. Nach 15 Jahren rückt ein Lebenstraum näher. Der Hoffnungsschimmer: Siegel könnte es am Broadway schaffen.

2002.....“I Can’t Live Without Music“
Siegels persönliches Waterloo heißt Tallinn: Platz 22 mit Corinna May. Spott für den Verlierer. Einen Grund zum Feiern gibt es dennoch: Das Jubiläum 20 Jahre Nicole. 18 erfolgreiche Alben mehr als vier Millionen Mal verkauft. Die ZDF-Hitparade 15 mal gewonnen. Siegel kann mit Recht stolz sein: So eine lange Erfolgsstrecke mit einem Künstler hat noch kein Komponist und Produzent in Deutschland zurückgelegt.

2003.....The Show Must Go On
Wie zu den guten alten Zeiten gibt es einen neuen, allseits gefeierten Superstar, der Gold, Platin und Echos kassiert, wochenlang die Schlagerparaden anführt - Andrea Berg. Die Stimme der Sinnlichkeit aus dem Hause Jupiter. 460 000 verkaufte Alben „Best of...“. und fünf CDs der Künstlerin gleichzeitig in den Top 10 der deutschen Charts! Für das private Glück sorgt die Sopranistin Kriemhild Jahn. Die Branche fiebert, wann sie ihr Plattendebüt in der S-Klasse liefert. Anvisiert wird für die Trägerin des Robert-Stolz-Preises aus Salzburg die Sparte Pop-Klassik – oder Klassik-Pop? Der Wermutstropfen: Lou schafft mit „Let’s get happy“ beim Grand Prix in Riga nur den zwölften Platz. Siegel zeigt sich nicht resigniert:
Von der Arbeitsgemeinschaft ADS wird Siegel für sein „Lebenswerk“ ausgezeichnet.

„Es muss in meinem Leben immer weiter gehen- Ich habe noch viele Träume!“

P.S. Spricht es aus und arbeitet an einem neuen Album für Nicole. Thema: Worüber Frauen unter sich reden. Da scheint Siegels Nase schon wieder am Zeitgeist zu schnuppern.


c) thv, Juli 2003

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