Angela Wiedl

Ich glaube an Gott



Ein Best-of-Album? Warum nicht. Bei einer Künstlerin, die bereits mit elf Jahren die Bühnen betrat und als 14-Jährige ihren ersten Plattenvertrag unterzeichnete, bietet sich derlei Veröffentlichung zweifellos immer wieder an. Aber: „Ich glaube an Gott“ unterscheidet sich – wie der Titel schon ahnen lässt – doch deutlich von den üblichen Tonträgern in diesem Segment. Sage und schreibe 18 Lieder aus dem reichhaltigen Fundus der Münchnerin wurden gemeinsam mit Mentor und Freund der Familie, Ralph Siegel, ausgewählt. Und das Thema, ganz klar: Der Glaube. Darin ist die Sängerin tief verwurzelt, aus Tradition und aus Überzeugung. Er gab und gibt ihr enorme innere Kraft. Die sie braucht, wie jedermann; doch die Fischefrau (*16.3.) mit Aszendent Widder hatte bekanntlich im vergangenen Jahr einen Schicksalsschlag zu bewältigen, der sicher zu den denkbar schlimmsten gehört. Sie verlor wegen einer heimtückischen, bereits überwunden geglaubter Krankheit ihre fünfjährige Tochter. Wo andere mit ihrem Schicksal hadern und  keinen Deut mehr auf die Gnade Gottes geben, da passiert bei einem Menschen wie Angela Wiedl genau das Gegenteil: Sie begreift trotz erster Verzweiflung diese schwere Prüfung als Schicksal, als Wille Gottes, der einen Sinn hat. Trauer in Dankbarkeit, eben auch für die wundervolle Zeit mit ihrem Kind. „Man muss den Tod akzeptieren, und vor allem: Man muss loslassen können. Mein Kind ist immer bei mir, es geht ihm gut und das macht mich glücklich“, so die Sängerin zu ihrer Trauerarbeit.
Im September letzten Jahres gab Ralph Siegel den Startschuss für „Ich glaube an Gott“. Er überließ Angela Wiedl die Auswahl der Lieder. Die entschied sich für ein der Thematik angepasstes buntes Potpourri, bestehend aus sehr ruhigen, besinnlichen Titeln ebenso, wie richtig fröhlichen und vor allem positiven Stücken. Da sind Jodler genauso dabei wie Danksagungen nach „oben“; Gänsehaut-Klassiker á la „Guten Abend, Gute Nacht“ (gemeinsam im Duett mit Bruder Richard) gibt es da zu hören und auch brandneue Lieder wie etwa „St. Elisabeth“ oder aber „Ave Maria“. Letzteres Lied hat Ralph Siegel aus einem trefflich nachvollziehbaren Grund geschrieben: Die ganze stimmliche Bandbreite der Angela Wiedl mit ihren vier Oktaven sollte gefordert werden. Und die Münchnerin entsprach dieser Aufforderung grandios und in vollstem Umfang!
Nicht fehlen dürfen bei einem solchen Tonträger freilich auch zeitlose Titel aus den frühen 90er Jahren, die neu bearbeitet wurden: „Für di stell i a Kerzerl auf“, „Wenn´s der Herrgott so will“ oder „La Passionata“. Im Dezember 2005 war die CD dann bereits eingespielt – kein Wunder bei dieser in langen Jahren bewährten Künstler-/Produzentensymbiose mit Ralph Siegel.

Die stark im karitativen Bereich engagierte 4-Oktaven-Sängerin schöpft aus ihrem Glauben all die Kraft und Zuversicht, die sie auch in ihrem Berufsleben benötigt. Immerhin befindet sie sich einen großen Teil des Jahres auf Tournee – sowohl im klassischen Sinne als auch bei besinnlichen Kirchenkonzerten und Engagements in der Weihnachtszeit, wo sie mit ihrem Vater und dem Bruder die Zuhörer in ihren Bann zieht. Besonders erwähnenswert ist sicherlich die Reisetätigkeit der Echo-Gewinnerin (1993, bislang einzig weiblicher Titelträger im Bereich volkstümliche Musik) bereits aus ihrer Jugend. Da begeisterte sie mit ihren deutschen Liedern ein staunendes Publikum nicht nur im deutschsprachigen Ausland, sondern auch in Kanada, Frankreich, Italien, Mexiko und Südostasien!
Der mit zahlreichen Auszeichnungen bedachte Queen (die Band!)-Fan gehört in diesem Metier sicher zu den glaubwürdigsten seiner Zunft. Das belegen die Texte, hinter denen Angela Wiedl 100-prozentig steht, das belegt zudem ihr Bekenntnis zum eigenen Dialekt, der immer wieder charmant in die Lieder integriert wird und das belegt nicht zuletzt dieser aktuelle Tonträger: Denn die Komponistin und Musikerin (Akkordeon, Gitarre seit dem 6. Lebensjahr), die sich seit kurzem dem Yoga verschrieben hat, glaubt an Gott, an das Schicksal – im positiven. Das spürt man beim Anhören und das tut gut!

Lieblings-  
*essen: Salzburger Nockerl
*trinken: Rotwein
Angela Wiedls These:

„Wer gut singt, der kocht auch gut…“

*musik: Klassik- Domingo (wegen seiner Klarheit),
Pavarotti (wegen seiner Stärke);
Evergreens aus den 40ern, 50ern und 60ern
*künstler:

Rainer Kirsten, Xavier Naidoo, Hildegard Knef,
Zarah Leander, Dean Martin, Frank Sinatra,
Michael Jackson, Angelika Milster…

*urlaubsziel: Sonne, Palmen, Meeresrauschen
*TV/Film:

Harald Schmidt, „Wetten, dass…?“,
„Winnetou“, „Sissi“…

*album (eigene): jedes – zur VÖ immer ein großes persönliches Highlight
*sport: Tanzen, Yoga, Bergsteigen, Wandern

 




01/2006


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